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Warum ich meine Gesprächsführung verändert habe

Ich habe unzählige Diskussionen mit meinen Klassenkameraden und Kameradinnen geführt, die in einen Schlagabtausch mündeten. Dabei habe ich viele Fehler begangen. Ich wollte Macht demonstrieren, recht haben und meine Meinung vom Gegenüber bestätigt haben. Dabei freute es mich besonders, wenn das Gegenüber am Schluss einlenkte.

So brachte ich meine Kollegen beispielsweise mit blitzschnellen Rückfragen in Verlegenheit. Vereinzelt bis zur Weissglut. Anstelle eines aktiven Meinungsaustausches stiessen wir uns gegenseitig mit unfairen Methoden ab. Meine Klasse begann die Konfrontation mit mir als Argumentationsgegner zu fürchten.

Mein Problem: Damit blieben sie auf ihrem Standpunkt und änderten ihre Überzeugungen nicht, weil sie von mir verbal «geohrfeigt» worden waren. Die Fronten verhärteten sich und jeder «verschanzte» sich hinter den eigenen Überzeugungen.

Ich musste feststellen, dass dies keine erstrebenswerte Gesprächsmethode ist.

Als ich mich intensiver mit diesem Thema auseinandergesetzt habe, ging mir eine neue Welt auf. Mir wurde bewusst, dass mein Gesprächspartner und ich genau das gleiche Ziel verfolgen. Wir sind beide auf der Suche, der Wahrheit auf den Grund zu gehen. (Bei nicht erlösten Menschen führt dies unweigerlich in eine grosse Spannung hinein.)

Statt um jeden Preis gewinnen zu wollen, strebe ich nun danach, die Meinung des anderen, zu verstehen. Diese Haltung ist die Grundlage von effektiven, zielführenden Gesprächen. Betrachte dein Gegenüber als Partner oder Freund, nicht als Feind.

Hier einige Hinweise, die einen guten Austausch fördern:

  1. Stelle Fragen, auf die du wirklich eine Antwort haben willst.
  2. Gebe deine Unwissenheit zu einem Thema zu und frage nach Details. So kannst du auch deinem Kollegen zeigen, dass er eigentlich weniger zu einem Thema weiss, als er denkt. Dies führt dazu, dass dein Kollege beginnt, Dinge zu hinterfragen und die Überzeugungen relativieren.
  3. Stelle Fragen, um zu erfahren, woher dein Kollege weiss, was er zu wissen glaubt. Von welchen Quellen hat dein Kollege sein Wissen und Enthusiasmus für dieses bestimmte Thema?
  4. Differenziere dich von den Extremisten auf deiner Seite und zeige auf, inwiefern sie zu weit gehen. Gerade junge Menschen neigen dazu, ein negatives Beispiel auf das Verhalten der Allgemeinheit zu übertragen.
  5. Finde heraus, in welchen Punkten ihr gleich denkt. (Auch wenn ihr bei dem Rest verschiedener Meinung seid.) Dies schafft Verbundenheit.
  6. Es ist möglich, dass du falsch liegst! Sei so demütig, dies anzuerkennen und ändere in einem solchen Fall deine Meinung.
  7. Breche das Gespräch ab, wenn es Zeit dafür ist. Ziehe das Gespräch nicht künstlich in die Länge.
  8. Du musst «falsche Aussagen» nicht einfach hinnehmen. Bringe Einwände und Vorschläge ein!
  9. Zeige Empathie und gib dem Gegenüber das Gefühl, dass du ihm genau zuhörst. Dies gibt dem Gesprächspartner das Gefühl, dass du ihn verstehst.

Scheue dich nicht, deine Meinung im Klassenzimmer zu äussern! Das Christentum hat Antworten auf Fragen. Wir können mit der ganzen Wirklichkeit zurechtkommen und haben nichts zu befürchten.

P.S. Zu diesem Thema kann ich dir dieses Buch empfehlen. Darauf ist dieser Artikel aufgebaut. (Die Tatsache, dass es von Atheisten geschrieben wurde bedeutet nicht, dass wir nichts davon lernen können!)

1 Comment

  1. Kevin Lopa

    Danke für die hilfreichen Tipps zur Gesprächsführung. Ich glaube, ich muss meine Diskussions- und Gesprächsführung überdenken.

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