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Was es heisst, seine Gesprächsführung zu ändern

Im letzten Artikel ging es um den Grund, weshalb ich meine Gesprächsführung verändert habe. Statt um jeden Preis gewinnen zu wollen, strebe ich nun danach, die Meinung des anderen zu verstehen. Jetzt möchte ich dir zeigen, wie dies konkret aussehen kann.

1. „Hörst du mir überhaupt zu?“

Schon lange argumentierte ich mit einem Kollegen, doch kamen wir keinen Schritt weiter. „Du widersprichst mir, bevor ich etwas gesagt habe. Hörst du mir überhaupt zu?“, beklagte sich mein Kollege. Ich realisierte, dass ich wieder in meine alte Gewohnheit zurückgefallen war. Nachdem mir das bewusst geworden war, drehte sich das Gespräch. So verwandelte sich mein zuvor missbilligendes Kopfschütteln in ein verständnisvolles Nicken. Ich unternahm den ehrlichen Versuch, ihn zu verstehen. Das verlieh dem Gespräch Schwung, und wir kamen weiter.

2. „Deine Überzeugung ist falsch!“

Der Ausspruch „Deine Überzeugung ist falsch!“ ist in Streitgesprächen schon fast zum Standard geworden. Auch wenn diese Behauptung vielleicht sogar stimmen mag, genau dieser Ausspruch führt fast zwingend zur Erwiderung: „Nein, ich liege richtig!“

Der Versuch, dem Gesprächspartner eine bestimmte Überzeugung auszureden führt dazu, dass der Gesprächspartner sich erst recht auf seine Meinung versteift. Aus eigener Erfahrung kann ich dir nur raten: Stelle lieber Fragen, als die Meinung des Gegenübers anzugreifen. Damit bringst du dein Kollege dazu, sich selbst zu reflektieren und die eigenen Meinungen zu überdenken.

Hier ein Beispiel, wie du anstelle von einem Angriff eine taktische Frage stellen kannst: Anstatt „Nur Idioten glauben an [X]!“ kannst du alternativ fragen: „Unter welchen Bedingungen würdest du deine Meinung ändern?“ Oder: „Welches Argument würde dich überzeugen?“

3. Wenn dein Gegenüber seine Meinung ändert

Wenn dein Gegenüber seine Meinung ändert, baue eine „goldene Brücke“, sprich, er kann seine Meinungen ändern oder Dinge zurückziehen, ohne dabei sein Gesicht zu verlieren. Lache nicht über die ehemalige Meinung eines Kameraden, und sorge dafür, dass auch die anderen dies nicht tun.

4. Gesprächspausen

Gesprächspausen gelten als unangenehm, doch dienen sie zur Reflexion und Sammlung. Lass die Stille wirken.

5. Respektloses Verhalten

Ein sehr introvertierter Kollege traute sich zum ersten Mal, auch seine Meinung zu einem kontroversen Thema äussern. Sofort wurde er von drei anderen sehr aggressiv attackiert und beschimpft. Ich sah, wie die Drei so laut auf ihn eingeschrien, dass er nicht mehr zu Wort kam. Ich spürte, wie der Ärger in mir hochkochte, denn ich hatte mich schon selbst in einer solchen Situation befunden.

Wenn sich jemand in einer Diskussion respektlos oder unhöflich benimmt, solltest du einschreiten. Mit einem solchen Verhalten kommt nur die „stärkere“ Seite zu Wort. Wollen wir das wirklich?

Was tun? Gehe du mit gutem Bespiel voraus und verhalte dich so, wie auch du gerne von deinem Gesprächspartner behandelt werden willst! So kommt ihr in richtiges Fahrwasser und auf tiefere Themen und ernsthaftere Gespräche.

Auch dieser Artikel ist dank diesem Buch entstanden.

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