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Wie die kleinen Entscheidungen unser Leben verändern

Nach kurzem Zögern drückte ich auf die Snooze-Taste meines Weckers. «Noch zehn Minuten, dann stehe ich auf», redete ich mir ein und kroch wieder unter die behaglich warme Bettdecke. Es kam mir wie einzelne Sekunden vor, als mich dieser dämliche Wecker zehn Minuten später schon wieder aus einem schönen Traum in die kalte Wirklichkeit rief. Doch auch dieses Mal gewann meine Faulheit die Oberhand – ich entschied mich dazu, noch ein kleines Bisschen weiter zu schlafen. Eigentlich war es an den letzten Abenden immer spät geworden, argumentierte ich. Und Schlafmangel ist ja bekanntlich für Jugendliche folgenschwer. Diesem Argument musste ich mich geschlagen gegeben. Kurzentschlossen schaltete ich den Wecker aus, drehte mich im Bett um und fiel sofort wieder in einen Tiefschlaf. Als ich wieder aufwachte, war es hell im Zimmer. Ein Blick auf meine Uhr verriet mir, dass mir noch knapp zwei Stunden bis zum Mittagessen blieben…

Ich hatte mir nie vorgenommen, bis um 10.30 Uhr zu schlafen. Doch jede Entscheidung, noch ein wenig weiter zu dösen, zog die nächste mit sich. Wären mir die Auswirkungen der vielen 10-minütigen Verlängerungen jedes Mal beim Aufwachen vor Augen gewesen, wäre ich bestimmt sofort aufgestanden. Dadurch, dass ich eine kleine falsche Entscheidung nach der anderen traf, bin ich schliesslich an einem Ort gelandet, an dem ich nie sein wollte. 

Dieses Muster findet sich nicht nur beim Aufstehen. «Ich möchte nur einmal erleben, wie es ist, betrunken zu sein. Schliesslich machen das ja alle mal.» Oder: «Mein Lieblings-Youtuber hat ein neues Video veröffentlicht. Ich schaue mir die ersten fünf Minuten an und löse dann meine Hausaufgaben.» Oder: «Ich stelle mir nur für einen kurzen Augenblick dieses Mädchen oder jeden Jungen gedanklich vor…» 

Auch die kleinsten Schritte in die falsche Richtung bringen dich addiert an den falschen Ort. So braucht es immer weniger bis zum letzten, endgültigen Schritt.

Jedoch geht dieses Prinzip genauso in die umgekehrte Richtung. Jeder kleinste Schritt in die richtige Richtung bringt dich einen Schritt näher zum Ziel. Doch im Gegensatz zu den bequemen, auf die kurze Sicht angenehmen Entscheidungen, kosten sie dir etwas. Das kann zum Beispiel heissen, dass…

  • Du nicht an die Partys deiner Kollegen gehst. 
  • Du dich mehr mit deinen Geschwistern/deiner Familie abgibst und versuchst, ein gutes Vorbild zu sein. 
  • Du dir durch das Konsumieren von guten Inhalten über verschiedene Themen eine fundierte Meinung bildest. (Und das hat noch niemand durch stundenlanges Scrollen durch Instagram erreicht).
  • Du in Erwägung ziehst, einzelne Aufgaben in der Gemeinde zu übernehmen. Sei es nur, um dich zu erkundigen, wie es der alten Frau neben dir geht, oder einen leckeren Kuchen zu backen.
  • Du den Mut aufbringst, weiterhin diesen Blog zu lesen, oder du sogar eine eigene Geschichte aus deinem Schulalltag als christlicher Schüler auf dieser Plattform teilst (schreib uns doch einfach über info@scholablog.ch).

Das sind nur Beispiele. Wie wäre es, wenn du dir eine eigene Liste anfertigst? Ich kann dir nur ans Herz legen, dich in der nächsten Zeit darauf zu achten, an welchen Stellen du kleine Entscheidungen triffst, die dich schlussendlich auf den falschen Weg bringen. Mit welchen Ausreden und Argumenten entschuldigst du jeweils dein Verhalten? Nehme solche Situationen ins Gebet und sprich vielleicht sogar mit einer Vertrauensperson darüber. 

Ich bin keineswegs ein Aussenstehender dieses Kampfes der kleinen Entscheidungen. Für christliche Schüler ist es eine grosse Herausforderung, durch «harmlose» kleine Schrittchen nicht unbewusst den gleichen Weg wie die Kollegen einzuschlagen. 

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